Matratzenlieferung in die Berge

    Sister Gerritsen mit Julia, die trotz grauem Star, Hüftproblemen und einer verletzten Schulter jeden Tag mit bloßen Füßen steile Berge erklimmt, um nach Hause zu kommen.
    Sister Gerritsen (links) mit Julia (71), die trotz grauem Star, Hüftproblemen und einer verletzten Schulter jeden Tag mit bloßen Füßen steile Berge erklimmt, um nach Hause zu kommen.

    Dankbarkeit inmitten von Armut

    LDS Charities hat im August 2017 auf der entlegenen Insel São Nicolao, die zu Kap Verde gehört, 50 Matratzen in Siedlungen verteilt, wo viele benachteiligte Menschen leben. „Wir werden diese Zeit nie vergessen“, berichten Elder Bryan Gerritsen und seine Frau, Sister Becky Gerritsen, Missionare im Bereich Humanitäre Hilfe bei LDS Charities.

    Das Ehepaar Gerritsen kann die große Armut auf der 720 Kilometer von der Westküste Afrikas entfernten Insel São Nicolao kaum fassen. In den meisten der winzigen Häuser ist kaum genug Platz für eine einzige Matratze, geschweige denn für irgendetwas anderes.

    Beschwerlicher Weg in die Berge (c) Intellectual Reserve Inc.
    Der beschwerliche Weg in die Berge

    Die Matratzen passen nicht nur kaum in die Häuser, auch der Weg dorthin ist äußerst beschwerlich. Viele Häuser stehen an steilen Berghängen. Man muss fast senkrecht hinaufsteigen, um zur Eingangstür zu kommen. Das Ehepaar Gerritsen erinnert sich an einen Aufstieg, bei dem die Matratzen zu Häusern um die 9 Kilometer bergauf gebracht werden mussten und der Weg sich über 48 Serpentinen erstreckte. „Aufgrund starker Regenfälle“, schreibt Elder Gerritsen über den Aufstieg, „konnten wir sechs Matratzen nicht ausliefern, und ich hätte ohnehin nicht dort hochklettern wollen.“ In der Woche darauf, als die Bedingungen für den Aufstieg sicherer waren, lieferten vier Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage die Matratzen aus und nahmen zudem Rucksäcke, Kissen, Bettbezüge und eine Menge Wasser mit.

    Menschen, die man einfach lieb haben muss

    Die Bewohner von São Nicolao waren für die Hilfe der Missionare, des Ehepaars Gerritsen und der LDS Charities überaus dankbar. „Viele, die eine Matratze bekommen haben, haben nur ein Bein oder sind blind oder gehörlos oder haben eine geistige Behinderung“, so Elder Gerritsen, „doch sie alle waren dankbar und freuten sich sehr.“

    Immer wieder betont das Missionarsehepaar, welch großartige Menschen das sind und wie sehr sie den beiden am Herzen liegen. „Was sie uns über sich erzählt haben, hat uns tief berührt.“

    Das Ehepaar im humanitären Dienst möchte noch 30 weitere Matratzen an die Bedürftigen in dieser Region ausliefern; die meisten von ihnen schlafen auf dem Boden und haben eine Behinderung. Elder Gerritsen und seine Frau staunen immer wieder über die Hoffnung und Stärke, die unter den Ärmsten der Armen zu finden ist. Obwohl der Weg in die Berge sehr beschwerlich ist, sind Elder und Sister Gerritsen überzeugt, dass es alle Mühe wert ist, diesen Menschen einen weichen Schlafplatz zu ermöglichen.