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„Sind Sie bereit? Auf geht’s!“

Elder Uchtdorf besuch in Berlin

Berlin: Elder Dieter F. Uchtdorf wurde am 15. Mai 2018 in Berlin von Bundespräsident a. D. Joachim Gauck empfangen, dem er eine umfassende Ausarbeitung der Familiengeschichte des ehemaligen deutschen Staatsoberhauptes überreichte. Während seiner Reise in Deutschland traf sich Elder Uchtdorf bei verschiedenen Gelegenheiten mit Mitgliedern der Kirche, informierte sich über deren Lebensgeschichte und ermutigte sie, im Evangelium treu zu bleiben.

James T. Burton und die Gebietssiebziger Michael Cziesla und Axel H. Leimer begleiteten Elder Uchtdorf ins Bundestagsgebäude, wo Bundespräsident a. D. Joachim Gauck sie in seinem Büro begrüßte. Dort überreichte Elder Uchtdorf die fünf Generationen umfassende Ausarbeitung der persönlichen Familiengeschichte in drei Bänden. Bundespräsident Gauck war beindruckt von dem Geschenk sowie dem großen ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder der Kirche.

Elder Uchtdorf mit D. Joachim Gauck

Am selben Tag noch traf sich Elder Uchtdorf mit Dr. Bernd Fischer, dem ehemaligen Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Kroatien und Generalkonsul in Los Angeles, und dessen Frau, mit denen ihn eine langjährige Freundschaft verbindet.

Den dreitägigen Aufenthalt hatte Elder Uchtdorf am 13. Mai 2018 mit dem Besuch der Abendmahlsversammlung des Internationalen Zweiges Berlin-Tiergarten begonnen. Dort lobte er die erfolgreiche Zusammenarbeit verschiedener Kulturen.

Am Montag, dem 14. Mai 2018, traf sich Elder Uchtdorf mit ehemaligen Führern der Kirche, die in der DDR als Missions-, Pfahl-, Tempel- oder Distriktspräsident, als Bischof, Gebietssiebziger oder in einer Frauenorganisation gedient hatten. Manfred Schütze, Holger Rakow, Frank Apel, Gerhard Grünewald und Lothar Ebisch kamen mit ihren Ehefrauen auf Einladung von Elder Uchtdorf nach Berlin, wo sie gemeinsam historische Stätten besuchten und über die Wunder in der Kirche sprachen.

Elder Uchtdorf mit Mitglieder der Kirche

Damit auch die heutige Generation von den Erfahrungen früherer Mitglieder profitiert, begann der Tag mit einem Austausch mit vier jungen Missionaren aus der Deutschland-Mission Berlin. Gemeinsam wurden die Herausforderungen der Vergangenheit besprochen und wie man diese im Laufe der Zeit meisterte.

Insbesondere das am 27. April 1975 oberhalb der Stadt Radebeul bei Dresden gesprochene Weihungsgebet von Präsident Thomas S. Monson war Bestandteil der Unterhaltung. Alle sprachen über die starken Gefühle, die das Gebet bei ihnen ausgelöst hatte, und wie die Segnungen sich erfüllt haben.

Elder Uchtdorfs Familie gehört zu den vielen Menschen, für die der selbstlose Dienst von glaubenstreuen Mitgliedern der Kirche ein Segen war. Vor 70 Jahren wurde Familie Uchtdorf im sächsischen Zwickau getauft.

Im Jahr 1959 wurde Dieter F. Uchtdorf von Theodore M. Burton, dem damaligen Missionspräsidenten für Europa, zum Ältesten ordiniert. Daher war es von besonderer historischer und persönlicher Bedeutung, dass James T. Burton, Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland im US-Staat Utah und Enkel von Theodore M. Burton, Elder Uchtdorf auf dieser Reise begleitete.

Elder Uchtdorf ging es aber nicht nur um die Vergangenheit, sondern besonders um das Hier und Jetzt und die Zukunft der Kirche in Deutschland. Jetzt sei die Zeit gekommen für einen neuen mutigen Schritt voran, den höheren Weg des Füreinandersorgens zu beschreiten, führte er aus. Einander zu helfen und jemanden zu betreuen bedeute, dass man sich aus Liebe zu Gott und seinen Mitmenschen, von ganzem Herzen und geleitet durch den Heiligen Geist um andere kümmere. Hierbei solle es weniger um die Worte gehen, mit welchen der Dienst beschrieben werde, sondern vielmehr darum, wie man miteinander umgehe.

Eine Schwester aus dem Pfahl Berlin beschrieb die eigene Erfahrung und den Erfolg, ihre eigenen Eltern wieder zurück in den Kreis der Kirchengemeinschaft zu bringen, als Lohn für „liebevolle Hartnäckigkeit“. Andere erwähnten, dass wir „demutvollen Mut“ brauchen, um bei den Menschen ernsthaftes Interesse an der Kirche und an deren positivem Einfluss auf unser persönliches Leben zu wecken. Wir haben eine Botschaft der Freude, aber sie muss auch in unserem Miteinander und in den Gemeinden und Familien sichtbar werden. Das gelebte Beispiel ist weit einflussreicher als die gesprochene Botschaft. Beides ist notwendig, um die Kirche und den Einfluss der Evangeliumsbotschaft in Deutschland zu stärken.

Veränderungen und Umstrukturierungen von Pfählen und Gemeinden in Deutschland mit dem Ziel, „Zentren der Stärke“ zu bilden, seien eine Chance für einen Neuanfang, betonte Elder Uchtdorf. Voller Hoffnung schaue er in die Zukunft. 


Er sagte: „Es gibt kein wirkliches Ende, nur ewige Anfänge. Die Herausforderungen von heute können die Segnungen der Zukunft sein.“


Ebenfalls am Montag hatten Elder Uchtdorf und seine Gäste die Gelegenheit, das Brandenburger Tor, das Holocaust-Mahnmal, Reste der Berliner Mauer, die Gedenkstätte Plötzensee sowie das erste Gemeindehaus in Berlin Dahlem zu besuchen, welches 1950 erbaut wurde. Die Gedenkstätte Plötzensee steht für fast 3000 Opfer des Nationalsozialismus. Für Mitglieder der Kirche hat sie besondere Bedeutung, da hier Helmuth Hübener, ein Mitglied der Kirche aus Hamburg, im Alter von 17 Jahren am 27. Oktober 1942 als der jüngste verurteilte Widerstandskämpfer hingerichtet wurde.

Elder Uchtdorf ehrte seine Gäste für ihren treuen Dienst im Herrn und damit symbolisch auch alle Mitglieder aus der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik, indem er ihnen jeweils eine Kopie der Christus-Statue von Thorvaldsen überreichte.

Elder Uchtdorf besucht Berlin

Am Montagabend sprach Elder Uchtdorf noch zu 325 Anwesenden im Gemeindehaus Tiergarten. „Wir dürfen niemals vernachlässigen, ein Freund zu sein, und sollen demutsvoll den Mut haben, die Evangeliumsbotschaft durch Wort und Tat frei zu verkündigen“, ermahnte Elder Uchtdorf die Zuhörer liebevoll. Die Versammlung war geprägt von einem regen Frage- und Antwortaustausch zwischen den Anwesenden und Apostel Uchtdorf. Es entstand eine Atmosphäre des Rathaltens und der gegenseitigen Achtung und Liebe. „Elder Uchtdorf gelang es, die Anwesenden mit einzubinden und ihnen zu vermitteln, dass für jeden Platz in der Kirche ist“, beschrieb Elder Axel Leimer die Versammlung. Und Elder Michael Cziesla sagte: „Ich war tief bewegt von der Liebe und persönlichen Zuwendung, die Elder Uchtdorf jedem entgegenbrachte, dem er auf seiner Reise begegnete.“

Es fiel Elder Uchtdorf sichtlich schwer, Abschied zu nehmen. „Seien Sie ohne Furcht, stehen Sie auf und lassen Sie uns mit kleinen Schritten Großes bewirken“, lud er ein. „Sind Sie bereit? Auf geht’s!“