Eine Wiederbegegnung der ersten ausländischen Missionare in der DDR

    Eine Wiederbegegnung der ersten ausländischen Missionare in der DDR

    Dresden: Am 14. Juni 2014 gab es ein sehr freudiges Wiedersehen mit 20 ehemaligen Missionaren, dem Missionarsehepaar Davis und dem damaligen Präsidenten der Deutschland-Dresden Mission, Wolfgang Paul, seiner Gattin und Mitgliedern der Gemeinde Dresden und anderen Gemeinden. Diese Gruppe weilte für eine knappe Woche an dem Ort, wo sie vor 25 Jahren auf wunderbare Weise gewirkt haben.

    Dresden:

    Es waren die letzten Monate der Deutschen Demokratischen Republik, als die Regierung Missionaren der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage aus den USA, Schweden, Österreich und der Schweiz Einlass und Missionarsarbeit gewährte. Fast wie Exoten wurden sie von den Dresdner Bürgern betrachtet, die sich gerade mit der neu gebauten Kirche staunend abgefunden hatten. Sie waren neugierig und wollten das Neue, was sich in ihrer Stadt entwickeln durfte, kennen lernen. Das erkannten auch die Elders. Nie wieder konnte man in diesem Gebiet so viele Taufen verzeichnen, wie in den Jahren 1989 bis 1992.

    D

    D

    R

    Wieder war eine der Verheißungen aus dem Segen, den Präsident Thomas S. Monson 1975 über diese Gegend ausgesprochen hatte, in Erfüllung gegangen. Den Ort des Gebetes, oberhalb der Weinberge von Radebeul, unweit von Dresden, suchte Wolfgang Paul mit seinen einstigen Missionaren auf. Ein großes Wunder ging von diesem Platz aus.

    Die meisten der Missionare erlebten die friedlichste Revolution in der Geschichte, als
    am 9. November 1989 die Grenze zwischen den Deutschen Staaten fiel. Die Menschen waren damals bereit für Veränderungen und lernten plötzlich eine eigene Meinung zu haben, sie äußern zu dürfen und einen Glauben zu entwickeln.


    Während der Fireside erinnerten sich einige dieser Missionare ihrer seltsamen Erlebnisse. Elder Andreas Baumann aus Wien erzählte folgende Story, die er und sein Partner mit ihrem kleinen roten Polo – dem „Westauto“ – bei ihrer ersten Fahrt erlebten: Voller Tatendrang und Vorfreude gab Elder Baumann ein bisschen zu viel Gas. Prompt wurden sie von einem Polizisten mit einem „Nun hab ich euch!“-Gesicht gestoppt. Auf Verlangen der Papiere überreichte Elder Baumann unbeabsichtigt auch das Schreiben vom Ministerium des Innern, was die Missionare erhalten hatten. Auf dieses Schreiben blickend nahm der Ordnungshüter eine andere Haltung ein, veränderte seinen vorher überheblichen Blick in ein unterwürfiges Grinsen, gab die Dokumente zurück und wünschte strammstehend eine gute Weiterfahrt. Man musste das Regime etwas kennen, um zu verstehen, was in dem Mann vorging.

    In der Abendmahlsversammlung sprachen die nun gestandenen Priestertumsträger, Bischhöfe, Pfahlpräsidenten und vielfache Familienväter von ihren geistigen Erlebnissen aus der damaligen Zeit, die sie als außergewöhnlich schön und unvergesslich beschrieben.

    Große Freude entfaltete sich beim gegenseitigen Wiedererkennen nach den 25 Jahren. Herzliche Umarmungen – so muss das Wiedersehen im Jenseits sein – in Gott vereint.