Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
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Gemeindehäuser und Tempel - Kurzfilm

TEMPEL IN DEUTSCHLAND

Deutschland gehört zu den acht Ländern der Welt, die mehr als einen Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage haben. In Deutschland sind das der Freiberg-Tempel als der erste deutsche Tempel (geweiht 1985) und der Tempel in Friedrichsdorf/Hessen (geweiht 1987).

Freiberg

Der Freiberg-Tempel entstand zur Zeit der Teilung Deutschlands in der ehemaligen DDR. Er wurde von 1983 bis 1985 gebaut, da es den Mitgliedern der DDR nicht möglich war, Reiseerlaubnisse für den Besuch eines Tempels außerhalb der DDR zu erhalten. So entstand nach langjährigen Verhandlungen zwischen der Kirche und der DDR-Regierung der Plan, im Lande selbst einen Tempel zu errichten.

Am 9. Oktober 1982 gab die Erste Präsidentschaft der Kirche in der kircheneigenen Zeitung "Church News" unter der Überschrift "Temple to be built in the German Democratic Republic" den Bau des Freiberg-Tempels offiziell bekannt. Viele Vorbereitungen waren zu diesem Zeitpunkt schon getroffen worden, so dass bereits am 23. April 1983 mit dem Ersten Spatenstich durch Präsident Thomas S. Monson von der Ersten Präsidentschaft, der Bau begonnen werden konnte. Nach zweijähriger Bauzeit erfolgte die Weihung des Tempels durch Präsident Gordon B. Hinckley am 29. Juni 1985.

Der Freiberg-Tempel war zum Zeitpunkt seiner Entstehung 30m x 25m = 750m² groß und hatte eine Nutzfläche von rund 730m²; damit war er einer der kleinsten Tempel der Kirche. Das blaue Schieferdach paßt sich gut der Umgebung an, wobei insbesondere der Turm den Tempel gegenüber den ihn umgebenden Gebäuden hervorhebt.

Im Zuge der Erweiterungsarbeiten wurde auf der Turmspitze nunmehr, wie bei den meisten anderen Tempeln der Kirche, eine Statue des posauneblasenden Engels Moroni angebracht.

Für die Kirche ist diese Figur nicht nur Schmuck, sondern der Engel ist gleichsam auch ein Zeichen für die Wiederherstellung der Lehre des wahren Evangeliums Jesu Christi auf Erden. Der Turm, gestaltet durch zwei hohe miteinander verbundene schmale Bogen, erinnert an den gotischen Stil alter deutscher Kirchenbauten.

In den östlichen Ländern entstanden in der Zeit der Wende über 100 Gemeinden der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, die nunmehr - dem Freiberg-Tempel zugeteilt - diesen auch besuchen wollen.

Immer mehr machte sich die räumliche Enge bemerkbar, so dass sich die Kirche entschloß, das Bauwerk zu erweitern. Es wurde durch den Anbau einschließlich Kellergeschoß um rund 600m² erweitert. Der gesamte Taufbereich wurde erneuert und neue Aufenthaltsräume, Büros und technische Räume kamen hinzu. Der Tempel wurde schöner ausgestaltet und damit den anderen Tempeln angeglichen.

Der Freiberg-Tempel ist für die neuen Bundesländer und die Länder Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die Ukraine zuständig, wobei aus der Ukraine die meisten ausländischen Besucher zum Tempel kommen. Die Mitglieder von dort reisen mit Bussen als Gruppen von 40 bis 50 Personen nach Freiberg, wobei sie oft 40 und mehr Stunden unterwegs sind. Trotz dieser beschwerlichen, langen Reise kommen sie gern, um "ihren" Tempel zu besuchen.

Friedrichsdorf/Hessen

Im Zentrum der Hugenottenstadt Friedrichsdorf befindet sich der zweite Tempel Deutschlands. Er überzeugt durch seine schöne Außenanlage und den stilvollen Bau aus weißem Granit mit Kupferdach. Der Bau ist 28m x 98m groß. Auf der Spitze des separat stehenden Turmes befindet sich die Statue des Engels Moroni.

Begonnen wurde mit den Bauarbeiten am 1. Juli 1985, fertiggestellt wurde der Tempel im Sommer 1987. Am 28. August 1987 wurde er von Präsident Ezra Taft Benson geweiht und steht seitdem den Mitgliedern der Kirche im deutschsprachigen und westeuropäischen Raum zur Verfügung.