Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
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Kümmert sich die Kirche um Fälle von Missbrauch oder Misshandlung von Ehepartnern oder Kindern?

Gordon B. Hinckley, der Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, gab die folgende Erklärung bezüglich des Missbrauchs bzw. der Misshandlung von Ehepartnern oder Kindern ab:

"Missbrauch in jeder Form verurteilen wir ausdrücklich. Wir sprechen uns entschieden gegen den physischen, sexuellen, verbalen oder seelischen Missbrauch des Ehepartners und der Kinder aus. In unserer Proklamation zur Familie steht: 'Mann und Frau tragen die feierliche Verantwortung, einander und ihre Kinder zu lieben und zu umsorgen. ... Die Eltern haben die heilige Pflicht, ihre Kinder in Liebe und Rechtschaffenheit zu erziehen, für ihre physischen und geistigen Bedürfnisse zu sorgen. ... Mann und Frau - Vater und Mutter - werden vor Gott darüber Rechenschaft ablegen müssen, wie sie diesen Verpflichtungen nachgekommen sind.'" (Proklamation zur Familie, Der Stern, Januar 1996, [Seite 93].)

"Wenn die Gleichheit zwischen Mann und Frau anerkannt wird, wenn man erkennt, dass jedes Kind, das zur Welt kommt, ein Kind Gottes ist, dann gibt es auch ein größeres Verantwortungsbewusstsein, und man umsorgt die Menschen, für die man verantwortlich ist, hilft ihnen und liebt sie mit beständiger Liebe.

Kein Mann, der seine Frau oder seine Kinder missbraucht, ist würdig, das Priestertum Gottes zu tragen. Niemand, der seine Frau oder seine Kinder missbraucht, ist würdig, in dieser Kirche ein Mitglied in gutem Stand zu sein. Der Missbrauch von Ehepartner und Kindern ist vor Gott ein schwerwiegendes Vergehen, und wer so etwas tut, kann damit rechnen, dass er von der Kirche bestraft wird." (Der Stern, Januar 1999, Seite 84f.)

Welche Haltung nimmt die Kirche zur Homosexualität ein?

Gordon B. Hinckley, der Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, hat zum Thema Homosexualität folgende Erklärung abgegeben:

"[Wir] glauben daran, dass die Ehe zwischen Mann und Frau von Gott verordnet ist. Wir glauben, dass die Ehe ewig sein kann - kraft der Ausübung der Macht des immerwährenden Priestertums im Haus des Herrn.

Die Menschen fragen nach unserer Haltung zu denen, die sich als Schwule und Lesben betrachten. Meine Antwort lautet, dass wir sie als Söhne und Töchter Gottes lieben. Sie mögen bestimmte Neigungen haben, die sehr stark sind und die sie vielleicht nur schwer in den Griff bekommen können. Die meisten Menschen haben bisweilen die eine oder andere Neigung. Wenn sie diese Neigungen nicht ausleben, können sie genauso vorangehen wie alle übrigen Mitglieder der Kirche. Wenn sie das Gesetz der Keuschheit und die sittlichen Grundsätze der Kirche übertreten, unterliegen sie der Disziplin der Kirche, genauso wie andere auch.

Wir möchten diesen Menschen helfen, sie stärken und ihnen in ihren Schwierigkeiten beistehen. Aber wir können nicht schweigend zusehen, wenn sie sich unsittlich verhalten, wenn sie versuchen, für eine sogenannte gleichgeschlechtliche Ehe einzutreten, sich dafür einzusetzen oder in einer solchen Beziehung zu leben. Wer so etwas erlaubt, nimmt die sehr ernste und heilige Grundlage einer von Gott gebilligten Ehe und ihren Zweck, die Gründung einer Familie, auf die leichte Schulter." (Liahona, Jaunuar 1999, Seite 83).

Welche Haltung nimmt die Kirche zur Polygamie ein?

1998 gab Präsident Gordon B. Hinckley die folgende Erklärung bezüglich der Haltung der Kirche zur Polygamie ab:

"Diese Kirche [hat] mit denen, die die Polygamie praktizieren, nichts zu tun. Es sind keine Mitglieder der Kirche. ... Wenn festgestellt wird, dass eins unserer Mitglieder die Mehrehe praktiziert, wird es exkommuniziert, was die schwerste Strafe ist, die die Kirche verhängen kann. Diejenigen, die an so etwas beteiligt sind, übertreten nicht nur Zivilgesetze, sondern auch das Gesetz dieser Kirche."

Der Herr hat seinem Volk zu verschiedenen Zeiten geboten, die Mehrehe zu praktizieren. So gebot er es beispielsweise Abraham, Isaak, Jakob, Mose, David und Salomo (Lehre und Bündnisse 132:1).

In neuerer Zeit gebot der Herr auch einigen der ersten Mitglieder der Kirche, in Mehrehe zu leben. Dem Propheten Joseph Smith und seinen engsten Vertrauten, unter anderem Brigham Young und Heber C. Kimball, fiel dieses Gebot nicht leicht, aber sie befolgten es. Die Durchführung wurde von den Führern der Kirche geregelt. Wer eine Mehrehe einging, brauchte eine Genehmigung. Die Eheschließung musste mit der Siegelungsvollmacht des Priestertums vollzogen werden. 1890 empfing Präsident Wilford Woodruff eine Offenbarung, dass die Führer der Kirche die Mehrehe nicht mehr lehren sollten.

Kommentare zum Thema Polygamie

Warum tragen Frauen nicht das Priestertum?

Gordon B. Hinckley, der Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, hat gesagt:

"[Frauen tragen das Priestertum nicht], weil der Herr es so eingerichtet hat. Dies gehört zu seinem Plan. Die Frauen nehmen eine herausragende Stellung in der Kirche ein. Die Männer tragen die Priestertumsämter der Kirche. Doch die Frauen haben einen hervorragenden Platz in dieser Kirche. Sie haben ihre eigene Organisation. Sie wurde 1842 vom Propheten Joseph Smith unter dem Namen 'Frauenhilfsvereinigung' gegründet, denn ihr ursprünglicher Zweck war, Notleidenden zu helfen. Sie ist zu der, wie ich meine, größten Frauenorganisation in der Welt mit über drei Millionen Mitgliedern herangewachsen. Sie hat ihre eigenen Büros, ihre eigene Präsidentschaft, ihren eigenen Ausschuss. Dies zieht sich durch bis in die kleinsten Gemeinden der Kirche überall in der Welt. ...

Die Männer tragen das Priestertum, jawohl. Doch meine Frau ist meine Partnerin. In dieser Kirche steht der Mann nicht über der Frau noch unter ihr, sondern sie gehen Seite an Seite. Sie streben gleichberechtigt nach einem hohen Ziel.

Wie steht die Kirche zum Thema Selbstmord?

Auch wenn es falsch ist, sich das Leben zu nehmen, kann es sein, dass der Selbstmörder für sein Tun nicht verantwortlich ist. So etwas kann allein Gott beurteilen.

Elder M. Russell Ballard vom Kollegium der Zwölf Apostel hat dazu gesagt: "Offensichtlich kennen wir nicht alle Begleitumstände eines Selbstmordes. Der Herr allein kennt alle Einzelheiten, und er wird unsere Taten hier auf Erden beurteilen.

Wenn er uns richtet, wird er meiner Meinung nach alles in Betracht ziehen: unsere genetische und chemische Zusammensetzung, unseren Geisteszustand, unsere Verstandesfähigkeit, die Belehrungen, die wir empfangen haben, die 'Überlieferungen unserer Väter', unseren Gesundheitszustand, usw." ("Selbstmord -- was wir darüber wissen und was nicht", Der Stern, März 1988, Seite 18.)

Welche Rolle spielt die Frau in der Familie?

Der Apostel Paulus lehrte: "Doch im Herrn gibt es weder die Frau ohne den Mann noch den Mann ohne die Frau" (1. Korinther 11:11).

Vor Gott und auch in der Ehe sind Mann und Frau gleich wichtig.

Die Ehe gibt keinem Partner das Recht, über den anderen zu herrschen oder ihn zu misbrauchen. Vielmehr sollen Mann und Frau einander als gleichrangige Partner beistehen.

Warum ist die Familie den Heiligen der Letzten Tage so wichtig?

Die Familie bildet den Rahmen für den Großteil unserer persönlichen Entwicklung.

Dort herrscht Liebe, man hilft und belehrt einander und man lernt auch vom anderen. Man teilt Freud und Leid. Die Familie kann uns vor schwierige Aufgaben stellen, aber sie bereitet uns auch einige der glücklichsten Momente.

Zwar können wir uns nicht aussuchen, unter welchen Umständen wir geboren werden, aber wir können Tag für Tag daran arbeiten, unsere Familie zu stärken und sie glücklicher zu machen.

Der Mensch kann in die Gegenwart Gottes zurückkehren und die Familie kann auf ewig zusammen sein.