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Interviewer:
"Was stört Sie daran, wenn Leute, die polygam leben, als Mormonen bezeichnet werden?"
Elder Cook:
"Zunächst einmal löst so etwas eine Menge Irritationen aus. Kürzlich rief uns eine größere Nachrichtenagentur an, die von uns eine Dreherlaubnis für den Tempel einer Polygamistengruppe haben wollte, mit der wir überhaupt nichts zu tun haben. Ein anderer, hoch angesehener Nachrichtendienst druckte ein Bild eines unserer Tempel – des Salt-Lake-Tempels – ab und daneben einen Bericht über eine Polygamistengruppe. Solche Irritationen sind natürlich nicht in unserem Sinne und sie gestatten es dem Leser auch nicht, Unterschiede zu erfassen. Was für Unterschiede meine ich? Die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage – oft auch als Mormonen bezeichnet – betätigen sich nicht als Polygamisten und haben dies seit über hundert Jahren nicht getan. Den Begriff "Mormonen" in Zusammenhang mit Leuten zu verwenden, die polygam leben, ist nicht nur für die Öffentlichkeit sehr verwirrend, sondern bereitet auch der Kirche große Sorgen, weil unsere Mitglieder keine Polygamisten sind und der Leser diesen wichtigen Unterschied nicht erkennen kann. Wenn man bedenkt, dass die Kirche 13 Millionen Mitglieder hat, nehmen sich die meisten Polygamistengruppen sehr klein aus. Der Unterschied zu ihnen wird nicht klar ersichtlich, und es ist nicht hilfreich, wenn man den Begriff "Mormonen" ins Feld führt. Ich möchte daher an die Medien einen Appell richten. Wir sind ja mit ihnen zusammengekommen, und größtenteils geben sie ihr Bestes. Aber ich möchte doch im Namen der Kirche einen Appell an sie richten, diesen Unterschied klar hervorzuheben und den Begriff "Mormonen" nicht mit Polygamie in Verbindung zu bringen, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage – die Kirche der Mormonen – also nicht mit Polygamie gleichzusetzen. Das sind zwei ganz verschiedene Dinge, und wenn man darauf verzichten könnte, könnte jeder die Sachlage besser einschätzen, und dafür wären wir dankbar.
Die Kirche hat heute knapp über 13 Millionen Mitglieder, die überall auf der Welt zu Hause sind. Über die Hälfte von ihnen leben außerhalb der Vereinigten Staaten, und die Bekehrten machen eine erkleckliche Anzahl aus – seit 1987 ist die Kirche von etwas mehr als 6 Millionen Mitgliedern auf heute über 13 Millionen angewachsen. Es besteht keinerlei Verbindung zu irgendwelchen Polygamistengruppen. Die [Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage] gehören dort, wo sie leben, zum Durchschnitt der Bevölkerung, und doch erscheinen manchmal – mitunter wohl aus Unkenntnis – in den Medien Berichte, die den Anschein erwecken, als hätten wir etwas mit irgendeiner Polygamistengruppe zu tun, die zur gegebenen Zeit gerade im Brennpunkt des Interesses steht. Beispielsweise erschien gerade erst in einer sehr guten australischen Zeitung ein Artikel, worin es im ersten Absatz hieß: ,Eine Kindheit in einer fundamentalistischen Mormonengemeinschaft bedeutet wenig Bildung, regelmäßig Prügel, zwangsweise Mitarbeit im Haushalt und für Mädchen eine arrangierte Ehe im Teenageralter, die in eine lebenslange Abhängigkeit führt.? Nichts könnte der Wahrheit ferner sein, was die Mitglieder [unserer] Kirche betrifft. Lassen Sie mich drei, vier Punkte anführen, die deutlich machen, was ich meine:
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