Von Mensch zu Mensch - 11. März 2008 |

Bei einer Konferenz in der BYU erörtert der Forscher Christian Smith, wie man die religiöse Einstellung von Teenagern stärken kann.

Christian Smith begrüßt Elder Richard G. Scott.
PROVO/UTAH, USA - Die geistige Einstellung eines Teenagers ist eng verbunden mit der geistigen Einstellung seiner Eltern – in positiver wie in negativer Hinsicht, erklärte ein bekannter Jugend- und Religionsforscher am 7. Februar an der Brigham-Young-Universität.
„Es ist kein ,Hexenwerk?, die religiöse Einstellung eines Teenagers zu stärken. Man braucht kein aufwändiges Programm und keine raffinierten neuen Methoden. Man braucht nur Entschlossenheit, Zielstrebigkeit, die Bereitschaft, anderen etwas beizubringen, das Bemühen, andere zu integrieren, und Erwachsene, die Interesse an ihnen zeigen.“
Christian Smith, Leiter der Fakultät für Religions- und Gesellschaftsstudien an der University of Notre Dame, hielt bei der vierten alljährlich veranstalteten Vorlesungsreihe des nach Marjorie Pay Hinckley benannten Lehrstuhls an der BYU einen Vortrag über das Thema: „Die Erforschung der Seele: Ergebnisse einer landesweiten Umfrage über Jugendliche und Religion in Amerika“.
Der nach Präsident Hinckleys Frau benannte Lehrstuhl für Soziologie wurde 2004 eingerichtet, um Schwester Hinckley für ihre Verdienste und Leistungen in diesem Bereich zu würdigen. Forschung und Ausbildung an diesem Lehrstuhl konzentrieren sich auf die Familie, außerdem erweitert man dort die Bildung durch Vorlesungen und betreutes Lernen, fördert öffentliche Angebote und unterstützt die Universität.
Hunderte Studenten und Familienwissenschaftler – und auch Angehörige von Schwester Hinckley – hörten die Vorlesung an, die kaum eine Woche nach Präsident Hinckleys Beerdigung am 2. Februar stattfand. Bei einem Essen vor der Vorlesung bedankte sich Clark Hinckley, Präsident des Lehrstuhls und Schwester Hinckleys Sohn, bei denjenigen, die diese Veranstaltung ermöglicht hatten.
„Als Söhne und Töchter von Marjorie Pay Hinckley sind wir Ihnen sehr dankbar für die Arbeit, die Sie hier leisten und die das Angedenken an unsere Mutter bewahrt und ihr Ehre erweist“, sagte Bruder Hinckley. „Ich glaube, es würde ihr gut gefallen. Mutter war gern mit Menschen zusammen. Das war ihre große Stärke, ihr besonderer Wesenszug und ihre herausragendste Eigenschaft. Es bereitete ihr große Freude, anderen Menschen zu helfen. Sie war gern mit ihnen zusammen. Sie tat gern alles, was sie nur konnte, um ihnen zu helfen. Und wir wissen diese Ehrung für sie zu schätzen. Dadurch wird ihr Werk weitergehen, und den Menschen wird auch in Zukunft geholfen werden.“
Bruder Hinckley zufolge freute sich seine Familie, dass dieses Essen vor der Vorlesung im Absolventen- und Besucherzentrum Gordon B. Hinckley veranstaltet wurde. Dieses Gebäude auf dem BYU-Campus wurde nach seinem Vater benannt, der seinen 96. und 97. Geburtstag dort verbrachte. Er sagte, das Gebäude „weckt bei uns viele Erinnerungen“.
Er erinnerte an den ersten Spatenstich für das Gebäude am 23. Juni 2006, bei dem sein Vater über den nach Schwester Hinckley benannten Lehrstuhl gesprochen hatte. „Sie hat auf diesem Universitätsgebäude einen Lehrstuhl, der ihren Namen trägt, und ich habe jetzt ein Gebäude“, sagte Präsident Hinckley damals. „Vielleicht kann man ja ihren Lehrstuhl in mein Gebäude verlagern, dann sind wir wieder zusammen.“
Bruder Hinckley sagte, von „all den bewegenden Erlebnissen in den vergangenen zwei Wochen und den großen Bekundungen und Zeichen von Liebe für unsere Eltern, die wir von vielen tausend Menschen erhielten, war doch für uns in vieler Hinsicht die größte Freude, dass wir wussten, dass er und Mutter jetzt wieder beisammen sind und das tun, was sie am besten und am liebsten tun, nämlich zusammen vorangehen und arbeiten.
Ich vermute, dass sie gerade sehr beschäftigt sind. Ich weiß nicht, ob man auf der anderen Seite überhaupt schlafen kann. Das hat mir schon immer Sorge bereitet. Aber ich vermute, dass sie eifrig und emsig bei der Arbeit sind, wieder vereint, und das machen, was sie gut können und was ihnen Freude bereitet. Und ganz gewiss machen sie dies sehr gern zusammen.“
Bei seiner Vorlesung sprach Dr. Smith angesichts des Todes von Präsident Hinckley, der noch nicht lang her ist, sein Beileid aus. „Mir ist bewusst, ... dass er und seine Frau ganz außergewöhnliche Menschen waren, sie waren unglaublich … Und so möchte ich mit Ihnen zusammen den beiden Tribut zollen.
Wir haben uns nun hier in Marjorie Pay Hinckleys Namen versammelt, um ihr Ehre zu erweisen und das Werk fortzuführen, das sie in der Welt begonnen hat. .... Ich hoffe, mein Vortrag wird ihrer Freundlichkeit und Größe ein wenig gerecht.“
Er sprach über eine 1995 veröffentlichte Studie über Jugendliche in den USA und welche Rolle Religion in ihrem Leben spielt. Seither hatte er eine zweite solche Umfrage durchgeführt, und er arbeitet an einem dritten Durchlauf.
Die Umfrage ergab, dass entgegen der vorherrschenden Meinung 84 Prozent der Teenager in den USA an Gott glauben und 59 Prozent mindestens einmal im Monat einen Gottesdienst besuchen. Diese Ergebnisse wurden in einem Buch mit dem Titel „Soul Searching: The Religious and Spiritual Lives of American Teenagers“ bei Oxford University Press veröffentlicht.
In seiner Ansprache bei der Frühjahrs-Generalkonferenz 2005 erwähnte Präsident Hinckley diese Studie – die umfassendste Studie über Jugend und Religion, die jemals durchgeführt wurde.
Man stellte fest, dass die Jugendlichen in der Kirche Jesu Christi häufiger beten, weniger zu zerstörerischen Verhaltensweisen neigen und ihre religiöse Überzeugung besser artikulieren können als der Durchschnitt der Teenager in den USA. „Ein Grund dafür ist, dass sie dazu angehalten werden, um 5:30 Uhr aufzustehen und zum Seminar zu gehen. Das hat offenbar eine Wirkung“, meinte Dr. Smith.
Letzten Endes, so fügte er hinzu, sei das beste soziologische Indiz für religiöses Verhalten bei Jugendlichen das religiöse Verhalten ihrer Eltern. „Wir erhalten, was wir sind“, sagte er.
Mehr zu dieser Studie finden Sie unter www.youthandreligion.org.