Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
Von Mensch zu Mensch - 07. August 2008

Von: Sarah Jane Weaver

Hilfe für Überschwemmungsgebiete

Mitglieder der Kirche befüllen Sandsäcke zum Schutz des historischen Nauvoo-Hauses

Missionare aus der Missouri-Mission St. Louis, der Illinois-Mission Peoria und der Illinois-Mission Nauvoo arbeiten zusammen in Quincy/Illinois, nachdem ein Aufruf an freiwillige Helfer ergangen war. Vor etwa 170 Jahren hatten die Einwohner von Quincy den verfolgten Heiligen der Letzten Tage Zuflucht gewährt.

Missionare aus der Missouri-Mission St. Louis, der Illinois-Mission Peoria und der Illinois-Mission Nauvoo füllen Sandsäcke in Quincy/Illinois.

Angesichts der gewaltigen Überschwemmungen im mittleren Westen der USA befüllen Missionare der Missouri-Mission St. Louis, der Illinois-Mission Peoria und der Illinois-Mission Nauvoo Sandsäcke in Quincy/Illinois. Präsident Lynn G. Erickson (Mitte) von der Illinois-Mission Peoria packt ebenfalls mit an. Die Kirche leistet in vier von der Überschwemmung betroffenen Bundesstaaten – Indiana, Illinois, Iowa und Wisconsin – Hilfe.

Vor fast 170 Jahren boten die Bürger von Quincy/Illinois den Mitgliedern der Kirche Zuflucht, als diese vor der Verfolgung in Missouri flohen und den Mississippi überquerten.

Heute eilen nun die Missionare der Kirche im Gegenzug dieser Stadt zu Hilfe, nachdem sie von den schweren Überschwemmungen bedroht ist, die den mittleren Westen der Vereinigten Staaten verwüstet haben.

Als Reaktion auf den Hilferuf begannen Vollzeitmissionare der Kirche aus der Missouri-Mission St. Louis, der Illinois-Mission Peoria und der Illinois-Mission Nauvoo am 18. Juni in Quincy mit der Arbeit. Sie beteiligten sich auch in Keokuk/Iowa und an dem Deich, der sich zwischen den beiden Orten befindet und Keokuk vor Hochwasser schützt, an der Befüllung von Sandsäcken.

Dieses Dienstprojekt gehörte zu einer ganzen Reihe, die von den Mitgliedern der Kirche in dieser Gegend – nicht weit vom historischen Nauvoo – durchgeführt wurden.

Mitglieder der Kirche, darunter die BYU Folk Dancers, junge Missionare, die in Nauvoo bei Aufführungen mitwirken, sowie junge Missionarinnen, die in Nauvoo tätig sind, arbeiteten in der zweiten Juniwoche dort und in den umliegenden Gebieten. Angestellte und Missionare, die für die Nauvoo Restoration Incorporated arbeiten – eine Organisation, die sich um die Erhaltung und Instandsetzung historischer Bauwerke der Kirche am Ort kümmert – sowie ältere Missionare aus der Illinois-Mission Nauvoo packten ebenfalls mit an.

Gemeinsam befüllten die Gruppen Sandsäcke zum Schutz des historischen Nauvoo-Hauses, das einmal als öffentliches Arbeitsprojekt unter der Leitung von Joseph Smith als eine Art Hotel errichtet worden war. Dieser hatte im Jahr 1841 in einen der Ecksteine ein 144 Seiten starkes Manuskript des Buches Mormon gelegt. Nach seinem Märtyrertod wurde Josephs Leichnam vor der Beisetzung aus dem Mansion House ins Nauvoo-Haus überführt. Das Nauvoo-Haus befindet sich heute im Besitz der Gemeinschaft Christi, der früheren Reorganisierten Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Die freiwilligen Helfer legten auch im kleinen Nachbarort Niota Hand an, erklärt Donna Whisenant, die in Nauvoo zusammen mit ihrem Mann Vern eine Mission im Bereich Öffentlichkeitsarbeit erfüllt.

Lachlan Mackay, bei der Gemeinschaft Christi zuständig für historische Stätten, berichtet, er sei aufgewacht und habe gewusst, dass dem historischen Nauvoo-Haus durch den ansteigenden Pegel des Mississippis Gefahr drohe. Besonders beunruhigend war, dass er keinen Notfallplan zum Schutz des Gebäudes hatte.

Mackay zufolge sei es in Zusammenarbeit mit den Behörden, der Gemeinde und den Mitgliedern der Kirche Jesu Christi gelungen, den Damm hinter dem Nauvoo-Haus zu verstärken. Die Kirche transportierte etwa 115 Kubikmeter Sand zu dem historischen Bauwerk, wo Mitglieder der BYU Folk Dancers dann die Säcke befüllten.

„Das war eine tolle Gelegenheit, zusammen mit Freunden daran zu arbeiten, Nauvoo zu erhalten“, meint Brian Watson aus Montana. „Obwohl es ein heißer, staubiger und auch zuweilen regnerischer Tag war, hat unsere kleine Gruppe hunderte von Sandsäcken befüllt. Dabei trugen wir alle stets ein Lächeln im Gesicht und platzten geradezu vor Energie. Am Abend hatten wir sogar noch genügend Kraft für eine komplette Vorstellung.“

Kelsie Wagstaff aus Holladay in Utah pflichtet ihm bei: „Ich war wirklich glücklich, der Gemeinde dabei helfen zu können, sich auf die Flut vorzubereiten, und die von Joseph Smith errichteten Häuser, die von der Gemeinschaft Christi verwaltet werden, zu schützen.“

Inzwischen sind auf Anforderung des Bürgermeisters von Nauvoo, John McCarty, die jungen Missionare, die in Nauvoo bei Aufführungen mitwirken – einschließlich der Blaskapelle von Nauvoo, die im Sommer in der Stadt auftritt –, einige ältere Missionare und Mitarbeiter der NRI nach Niota geeilt, um dort zu helfen.

Es werden noch immer Sandsäcke befüllt.

„Ich habe die Menschen in Niota und in den umliegenden Gebieten wirklich lieb gewonnen. Sie sind sehr fleißig und haben schöne Häuser und Farmen.

Dass wir beim Befüllen der Sandsäcke zum Schutz vor der Überschwemmung helfen konnten, war auch eine wunderbare Gelegenheit, Liebe zu zeigen“, erklärt Schwester Mandi Jensen, eine Missionarin aus St. Ignatius in Montana.

Die Vollzeitmissionare befüllen auch Seite an Seite mit Mitgliedern der Kirche und Einheimischen Sandsäcke für Orte in Iowa, Wisconsin und Indiana.