Neues aus Deutschland - 15. Februar 2006 |
Im Jahr 2005 leistete die Kirche in 67 Ländern Katastrophenhilfe.Als das Jahr 2005 noch vor der Tür stand, hielten sich die Verantwortlichen für die humanitäre Hilfe der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage - Mormonen in Südostasien auf, wo sie eine gewaltige Hilfsoffensive für die vom Tsunami verwüstete Region starteten. Zwölf Monate später endete das Jahr damit, dass von der Kirche gespendete Zelte und Winterbekleidung den Erdbebenopfern in Pakistan überbracht wurden, denen infolge der eisigen Temperaturen und der rauen Witterung weiteres Unheil bevorstand. Das Seebeben im Indischen Ozean mit dem darauf folgenden Tsunami war das zweitschlimmste in den vergangenen 100 Jahren und das Erdbeben in Pakistan und Indien, welches sich kaum acht Monate später ereignete, das siebtschlimmste in diesem Zeitraum. Die Reaktion der Kirche auf diese beiden Katastrophen umrahmt nun sozusagen das Jahr, das man als das bemerkenswerteste in der Geschichte der humanitären Hilfe der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage - (mormonen) bezeichnen kann -- und zwar sowohl was die Anzahl schwerer Katastrophen überall auf der Welt angeht, als auch was die erhöhte Fähigkeit der Kirche betrifft, darauf zu reagieren.H. David Burton, der Präsidierende Bischof, sagte, er könne sich an kein Jahr in der jüngeren Vergangenheit erinnern, in dem die Welt auch nur annähernd ein solches Ausmaß an Katastrophen erlebt habe wie 2005, "von den allerschwersten Erdbeben über die Tsunamis, die Hurrikans, die Überschwemmungen bis hin zu den Schlammlawinen".Außerdem habe die Fähigkeit der Kirche, anderen zu helfen, Jahr für Jahr zugenommen, nachdem andere humanitäre Organisationen (von denen viele mittlerweile mit der Kirche zusammenarbeiteten) die Kirche kennen gelernt hätten, sagte er. "Man weiß, dass wir ordentliche Leute sind und dass wir am Ball bleiben, wenn wir erst einmal eine Zusage gemacht haben. Ich glaube, wir sind unter den nichtstaatlichen Einrichtungen in aller Welt auf einen der vordersten Plätze aufgerückt."Im Jahr 2005 -- von der WHO schon als "das Jahr der Naturkatastrophen" gebrandmarkt -- leistete die Kirche in 67 Ländern Notfallhilfe. Dabei wurden 1,7 Millionen Hygiene-, Schul-, Babypflege- und Reinigungssets verteilt, außerdem fast 3500 Tonnen Lebensmittel, 260 000 Decken, 590 Tonnen medizinischer Bedarf und über 900 Tonnen Kleidung, so Garry Flake, Leiter der Katastrophenhilfe der Kirche."Wir nehmen die Ermahnung des Herrn, uns um unsere Mitmenschen zu kümmern, und sein Wort, dass Nächstenliebe die reine Christusliebe ist, sehr ernst", sagte Bischof Burton. Außer der Katastrophenhilfe in Pakistan, Indien und Südostasien kümmerte sich die Kirche um die Flüchtlinge im Sudan und in Angola, um unterernährte Kinder in Niger, Kenia und Paraguay, um Kriegsopfer in Liberia, um Flutopfer in Bulgarien, Rumänien und Guayana und um Hurrikan-Opfer in Mexiko, Guatemala, El Salvador, der Karibik und der Golfküstenregion der Vereinigten Staaten. Drei der acht kostspieligsten Hurrikans der US-Geschichte ereigneten sich 2005 (Katrina auf Platz eins, Rita auf Platz sechs und Wilma auf Platz acht). Bischof Burton bedankte sich bei den Mitgliedern der Kirche und anderen Spendern, die zur humanitären Hilfe der Kirche beitrugen, von ganzem Herzen. Für die humanitäre Hilfe wird kein Zehntengeld verwendet und die Fastopfergelder werden nach dem Ermessen der Bischöfe vor Ort eingesetzt -- sofern die Erste Präsidentschaft nichts anderes beschließt, wie beispielsweise 1984, als wegen der Hungersnot in Äthiopien gefastet wurde, und am 2. Januar 2005, als für die Tsunami-Opfer gefastet wurde. "Wir haben das Fasten und die Segnungen des Fastopfers, die uns helfen, füreinander zu sorgen", sagte Bischof Burton und erläuterte dazu, dass Spenden an den humanitären Hilfsfonds es der Kirche darüber hinaus erlauben, sich um Menschen zu kümmern, die einer anderen Glaubensrichtung angehören."Die Kirche als Einrichtung könnte ohne die Großzügigkeit der Mitglieder überhaupt nichts ausrichten, und zwar sowohl finanziell als auch im Hinblick auf Waren und Hilfsgüter, Muskelkraft und Arbeitseinsatz", sagte er. "Die Organisation Kirche ist lediglich der Brennpunkt, an dem alles zusammenläuft. Wir sind zutiefst dankbar, dass wir als Organisation so vorankommen können." Laut Bischof Burton beteiligen sich auch viele Andersgläubige an den humanitären Bemühungen der Kirche, da diese gewährleiste, dass die Spenden zu hundert Prozent bei den Bedürftigen ankommen; von den Spenden an den humanitären Dienst der Kirche werden keine Verwaltungskosten abgeführt. Nach dem Tsunami nahm beispielsweise die Besucherzahl der Internetseite ldsfoundation.org zu wie noch nie, so McClain Bybee, ein Sprecher der ehemaligen LDS Foundation, die heute unter dem Namen LDS Philanthropies Spenden an die Kirche sammelt, fördert und weiterleitet. In Spitzenzeiten wurden 90 000 Besucher und etwa eine halbe Million Seitenaufrufe täglich gezählt. Ein Großteil dieses Andrangs war Angehörigen anderer Glaubensrichtungen zu verdanken, die von landesweit bekannten Internetseiten wie CNN.com, MSNBC.com oder USAID.com auf diese Seite gelangt waren.Die dabei erzielten Spenden machten wiederum nur einen Bruchteil der Gesamtsumme aus, welche die Kirche für die Tsunamihilfe erlöste. Am 2. Januar 2005 hatte die Erste Präsidentschaft die Mitglieder aufgerufen, ein noch großzügigeres Fastopfer zu spenden. Die Reaktion übertraf alle Erwartungen.Infolgedessen wird die Kirche auch 2006 und 2007 noch in den vom Tsunami betroffenen Ländern Indonesien, Sri Lanka, Thailand, Indien und Burma weiter helfen können, so Bischof Burton. Erstmals war die Kirche in diesem Fall in der Lage, über die unmittelbare Katastrophenhilfe hinauszugehen und langfristige Hilfe anzubieten.Die Kirche, sagte Bischof Burton, könne wegen ihrer gut organisierten Lagerhäuser schnell reagieren. Sie werde nach wie vor im Notfall zur Verfügung stehen und langfristige Hilfe nur dann anbieten, wenn es im Einzelfall angebracht erscheint, fügte er hinzu.Eines jedoch sei sicher: Die Kirche werde "auf jeden Fall" weiterhin helfen, wann immer es möglich ist und wo immer Menschen leiden.
Bildunterschrift 1
Besorgt um die Opfer eines Hurrikans besuchen Elder M. Russell Ballard (links), Präsident Boyd K. Packer und Elder Jon M. Huntsman, Gebiets-Siebziger, ein Evakuierungslager in Baton Rouge, Louisiana.
Foto von John Hart
Bildunterschrift 2
Erdbebenopfer erhalten Hilfsgüter von der Kirche Jesu Christi.
Foto von Nate Leishman, Wohlfahrtsdienst
Bildunterschrift 3
Maradi, Niger, 9. August. Ein Junge steht vor seinem Haus, in dem ein Kind schläft. Eine Dürre hatte zu Nahrungsmittelknappheit geführt.
Foto: George Osodi, AP
Bildunterschrift 4: Aus den benachbarten Bundesstaaten sind Mitglieder der Kirche auf dem Parkplatz eines Gemeindehauses in Slidell in Louisiana eingetroffen, um den Opfern des Hurrikans Katrina bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Viele tragen ein T-Shirt von den "Helfenden Händen". Seit der Katastrophe haben Mitglieder der Kirche 42 138 Arbeitstage Dienst geleistet.
Foto von John Hart
Bildunterschrift 5: Ahmad El-Bendary, Geschäftsführer von Islamic Relief, Elder Stanley Wan und Renn Patch vom Wohlfahrtsdienst treffen sich am Flughafen von Islamabad, nachdem am 18. Oktober Hilfsgüter von der Kirche eingetroffen sind.
Foto von Nate Leishman, Wohlfahrtsdienst