Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
Neues aus Deutschland - 06. Dezember 2003

Von: Shaun D. Stahle

Deutscher Pfahl sammelt Geld für Bangladesch

Musical-Einnahmen für Augenbehandlungen gestiftet

FRANKFURT/M. -- Ein vom Pfahl Frankfurt aufgeführtes Musical brachte 7.500 Euro Spendengelder ein -- genug, um 150 Kinder und Erwachsene in Bangladesch am grauen Star operieren zu lassen. An dem aufwändig gestalteten Musical waren 65 Tänzer, Sänger und Musiker beteiligt. 24 Lieder wurden einstudiert. Innerhalb von vier Wochen fanden vor 3000 Zuschauern zehn Vorstellungen statt. Wegen der großen Nachfrage gab es sogar Nachmittagsvorstellungen. Der Eintritt war frei, das Publikum konnte sich jedoch erkenntlich erweisen, indem es ein überdimensionales Sparschwein in der Eingangshalle des Pfahlhauses mit Geld fütterte.

Bei der letzten Vorstellung wurden die Einnahmen August Ilg, dem Geschäftsführer der Andheri-Blindenhilfe überreicht, der sich für die Spende bedankte und erläuterte, wie anfällig die Kinder in Bangladesch infolge Unterernährung und mangelnder medizinischer Versorgung für den grauen Star sind.

Im Pfahl Frankfurt haben derart ambitionierte Vorführungen Tradition. Mit früheren Musical-Produktionen wurden ein Waisenhaus in Nepal und die Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl unterstützt. "Wir hatten von Anfang an vor, eine großartige Show entstehen zu lassen, durch die die Jugendlichen aufgebaut werden und jeder Einzelne seine Talente entfalten und Selbstvertrauen gewinnen konnte", sagte Joyce Schilling, die Leiterin.
Zu den zahlreichen positiven Auswirkungen gehörte den Jugendlichen zufolge die Freude, "Teil einer großen Familie" zu sein.

Durch die wöchentlichen Proben wurden Mitglieder wieder aktiv, die sich von der Kirche etwas zurückgezogen hatten, und jemand, der gerade neu getauft war, fand gut Anschluss. "Die meisten Mitglieder der Gemeinde", erklärte ein Bischof in einem Dankschreiben, "haben das Musical gesehen, und meines Wissens hat jeder Gäste mitgebracht. Wahrscheinlich waren mehr Gäste als Mitglieder da."

Nach einer der Aufführungen meinte eine Lehrerin einer örtlichen Tanzschule, sie wünschte sich, ihre "Schüler würden auf der Bühne so strahlen wie diese Truppe". Das hat Schwester Schilling oft zu hören bekommen. "Das ist eben Ausstrahlung", meinte sie erläuternd; die Mitglieder "strahlten vor Glück".