Elder Erich W. Kopischke
von den Siebzigern
Vor kurzem luden wir zwei Missionarinnen zum Essen ein. Nach dem Essen baten wir sie um einen geistigen Gedanken. Sie waren gut vorbereitet und stellten uns eine kleine Aufgabe, um uns anzuregen, Schriftstellen beim Lesen zu markieren. Sie brachten ein neues Exemplar des Buches Mormon und Buntstifte mit. Wir nahmen die Aufforderung der Missionarinnen an. Seither gehen wir anders vor, wenn wir täglich mit der Familie im Buch Mormon lesen. In jedem Kapitel achten wir auf Verse, die sich auf Jesus Christus beziehen, und markieren sie mit verschiedenen Farben. Dabei denken wir auch jedes Mal an unsere Missionarinnen.
Die Anregung der Missionarinnen erkannten wir sofort als eine Übung zum Schriftstudium, die in der Anleitung Verkündet mein Evangelium! vorgeschlagen wird. Als Familie sind wir so dankbar für dieses großartige und machtvolle Werkzeug für die Missionsarbeit.
Seit drei Jahren arbeiten Missionare auf der ganzen Welt mit dieser Anleitung. Sie hat die Missionsarbeit wirklich revolutioniert. Präsident Hinckleys große Vision hat sich erfüllt: Die Missionare „sollen die Aussagen der Lektionen verinnerlichen“. Sie sollen „die Gedanken mit eigenen Worten [vortragen], wie der Heilige Geist es ihnen eingibt“ (siehe „Der Missionsdienst“, Erste weltweite Führerschaftsschulung, 11. Januar 2003, Seite 23).
Wenn sich die Missionare intensiv mit der Anleitung Verkündet mein Evangelium! befassen, lernen sie wichtige Lehren und Grundsätze und wenden sie an. Das befähigt sie für ihren wichtigen Dienst. Dennoch brauchen sie all unsere Hilfe und Unterstützung. Nur gemeinsam können wir den großen Auftrag erfüllen, der den früheren und den neuzeitlichen Aposteln gegeben wurde: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“ (Markus 16:15.)
Damit unsere Bemühungen erfolgreich sind, müssen wir eins sein mit den Missionaren, und wir müssen einander verstehen. Verstehen Sie die Missionare immer? Ich rede nicht von der Sprache, sondern davon, wie sie Missionsarbeit tun. Wir sehen und erleben, dass sie Menschen einladen, ihre Botschaft anzuhören. Sie lehren die Evangeliumsgrundsätze und fordern alle, die interessiert sind, auf, ihr Leben zu ändern, sich taufen und konfirmieren zu lassen und somit ein Mitglied der Kirche zu werden.
Wenn wir unsere Missionare verstehen und ihnen helfen wollen, dann müssen wir Glauben haben, wie die Missionare Glauben haben, und wir müssen denken, wie Missionare denken, und fühlen, wie Missionare fühlen. Wie können wir das erreichen?
Eine gute Möglichkeit ist natürlich, die Missionare zu begleiten und mitzuerleben, was sie tun. Eine weitere Möglichkeit ist jedoch, dass wir uns mit der Anleitung Verkündet mein Evangelium! befassen und mehr über die Missionsarbeit erfahren. Seit Präsident McKay gesagt hat: „Jedes Mitglied ein Missionar!“ (Frühjahrs-Generalkonferenz 1959), bemühen sich die Mitglieder, sich aktiver an der Verkündigung des Evangeliums zu beteiligen. Mit dem Buch Verkündet mein Evangelium! haben wir eine wunderbare Anleitung, die uns hilft, diese Aufgabe besser zu erfüllen. Wenn wir uns mit dieser Anleitung befassen, entwickeln wir nicht nur mehr Verständnis und Dankbarkeit für die Missionare – sie hilft uns auch in unserem Alltag.
Jeder in unserer Familie besitzt ein Exemplar der Anleitung Verkündet mein Evangelium! Sie ist eine großartige Hilfe dabei, ein starkes Zeugnis zu entwickeln. Sie hilft uns, die grundlegenden Prinzipien des Evangeliums zu verstehen, und weckt in uns den Wunsch zu dienen. Lassen Sie mich kurz ein paar Überschriften aus der Anleitung Verkündet mein Evangelium (Seite III) nennen. Dann verstehen Sie, was ich meine.
Da heißt es:
„Wie kann ich den Geist erkennen und verstehen?“
„Effizientes Evangeliumsstudium und Vorbereitung einer Lektion“
„Womit soll ich mich befassen und was soll ich vermitteln?“
„Welche Aufgabe hat das Buch Mormon?“
„Wie entwickle ich Eigenschaften, die Christus besitzt?“
Wollen wir alle nicht genau das lernen? Für jeden, der als Mitglied ein besserer Missionar werden möchte und der wissen möchte, wie er die Missionare unterstützen kann, bietet die Anleitung Verkündet mein Evangelium! zündende Ideen und tiefe Einsichten. Wir lernen, wie wir den Missionaren helfen können, interessierte Menschen zu finden, und wie wir als Mitglieder Hand in Hand mit den Missionaren arbeiten können, um diejenigen zu unterstützen, die die Kirche untersuchen. Uns wird bewusst, warum die Aufforderung, etwas Bestimmtes zu tun, dazu beiträgt, dass jemand Glauben an Jesus Christus entwickelt. Und wir erfahren, wie wir Bekannten, die noch keine Mitglieder sind, zur Seite stehen können, während sie diesen wunderbaren Vorgang der Bekehrung erleben, der ihr ganzes Leben verändert.
Die Missionare befassen sich jeden Tag neben dem Schriftstudium mit der Anleitung Verkündet mein Evangelium! Sie lernen Grundsätze und Fertigkeiten kennen und wenden sie an. Vor allem lernen sie, mit der Führung des Geistes zu arbeiten. Wenn wir dasselbe lernen wollen wie die Missionare, müssen auch wir uns intensiv mit dieser Anleitung befassen und die Missionare bei ihrer täglichen Arbeit beobachten.
In der Einleitung zu dem Buch Verkündet mein Evangelium! heißt es: „Dieses Buch richtet sich an die Vollzeitmissionare der Kirche. Die darin enthaltenen Grundsätze und Lehren sind jedoch auch für Gemeindemissionare und Führungskräfte der Gemeinde von Nutzen, die ja danach trachten, das Reich des Herrn aufzurichten. Die regelmäßige Lektüre dieser Anleitung wird sie befähigen, ihre missionarischen Aufgaben als Mitglied zu erfüllen, und die Einigkeit zwischen ihnen und den Vollzeitmissionaren fördern.“ (Seite XII.)
Elder Richard G. Scott hat alle Mitglieder aufgefordert, sich gründlich mit der neuen Missionsanleitung zu befassen. Er hat gesagt: „Viel Gutes ist … erreicht worden, seit es die Anleitung Verkündet mein Evangelium! gibt, aber das Beste wird noch kommen, je sicherer wir alle im Umgang mit diesem außergewöhnlichen Instrument für die Missionsarbeit werden.“ („Die Macht der Anleitung Verkündet mein Evangelium!“, Liahona, Mai 2005, Seite 31.)
Wir meinen vielleicht, unsere Zeit sei zu knapp, um uns damit zu befassen, deshalb ein paar Anregungen, die vielleicht hilfreich sind.
Ich gebe Zeugnis, dass diese Anleitung für die Missionare von Gott inspiriert ist. Wir müssen uns gründlicher damit befassen, damit wir unsere Missionare und ihre Arbeit besser verstehen. Missionare und Mitglieder müssen eine Sprache sprechen. Wir müssen eins werden in unseren Bemühungen, das Evangelium zu verkünden. Dann sind wir besser in der Lage, Werkzeuge in der Hand des Herrn zu sein, denn er hat gesagt: „Und ebenso werde ich meine Auserwählten von den vier Enden der Erde sammeln, ja, alle, die an mich glauben und auf meine Stimme hören.“ (LuB 33:6.)
Von uns, den Mitgliedern seiner Kirche, wird erwartet, dass wir zu diesem herrlichen Werk der Sammlung beitragen. Ich bezeuge, dass dies wahr ist. Im Namen Jesu Christi. Amen.