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Durch den Sabbat gestärkt

Elder Adonay S. Obando
Elder Adonay S. Obando Gebietssiebziger, Spanien

Wenn wir Jesus Christus als unseren Erretter annehmen, möchten wir mehr über ihn erfahren und seinem Beispiel nacheifern, denn wir hoffen, in uns seinen Charakter und seine Wesenszüge zu entfalten. Wir meinen, wenn wir erst einmal Glauben an ihn und sein Sühnopfer entwickelt haben, werde das einige natürliche Folgen nach sich ziehen: Wir wollen uns durch die Umkehr ändern, Herz und Willen wenden sich dem Herrn zu und wir schließen bereitwillig durch heilige Handlungen Bündnisse mit ihm.

Der Herr hat offenbart, dass diejenigen, die „durch ihre Werke wahrhaft kundtun, dass sie vom Geist Christi zur Vergebung ihrer Sünden empfangen haben, … durch die Taufe in seine Kirche aufgenommen werden [sollen]“ (siehe Anmerkung 1).

Nach der Taufe werden wir konfirmiert und als Mitglieder der Kirche bestätigt, indem uns mit der Kraft und Vollmacht des Priestertums die Hände aufgelegt werden. Der nächste Schritt in unserer geistigen Entwicklung besteht darin, im heiligen Tempel weitere errettende Verordnungen zu empfangen. Unter normalen Umständen kann man die heiligen Handlungen Taufe, Konfirmierung, Endowment und Siegelung nur einmal für sich selbst vollziehen lassen. Später dürfen wir weiterhin aus diesen Verordnungen lernen, wenn wir sie stellvertretend zugunsten Verstorbener verrichten.

Der Herr hat dafür gesorgt, dass wir, seine Kinder, fortwährend und jeder für sich an einer bestimmten heiligen Handlung teilhaben dürfen, nämlich dem Abendmahl.

Gemäß dem vom Erretter vorgegebenen Muster muss seine Kirche am Sabbat zusammenkommen, um „zum Gedächtnis des Herrn Jesus“ (siehe Anmerkung 2) vom Abendmahl zu nehmen und „um zu fasten und zu beten und miteinander über das Wohlergehen ihrer Seele zu sprechen“ (siehe Anmerkung 3).

In seiner unendlichen Weisheit ermöglicht der Herr es uns, von unserem hektischen Alltag zu pausieren, sodass wir alle Sorgen vorübergehend vergessen können. Wenn wir die Welt hinter uns lassen, können wir durch das Abendmahl den Taufbund erneuern. Der Herr verspricht bei dieser heiligen Handlung denjenigen, die vom Abendmahl nehmen und dabei willens sind, seinen Namen auf sich zu nehmen und seine Gebote zu halten, dass „sein Geist immer mit ihnen sei“ (siehe Anmerkung 4).

Sowohl wir selbst als auch unsere Familien würden sehr davon profitieren, wenn wir uns jede Woche eifrig und demütig darauf vorbereiteten, vom Abendmahl zu nehmen.

Wir bereiten uns tagtäglich auf diese heilige Handlung vor, wenn wir uns bemühen, „an allen Tagen und zu allen Zeiten in Rechtschaffenheit“ (siehe Anmerkung 5) zu leben – beispielsweise, indem wir die heiligen Schriften studieren und für uns und mit der Familie beten. Wenn wir darüber hinaus Unternehmungen am Samstag so planen, dass wir früh genug zu Bett gehen können, um am Sonntag dankbar, fröhlich und glücklich zu erwachen, dann sind wir bereit, vom Abendmahl zu nehmen und den Ansprachen zu lauschen, und werden dabei „durch das gute Wort Gottes genährt“ (siehe Anmerkung 6). Dann sind wir in der Lage zu wachsen, unsere Beziehung zum Erretter zu vertiefen und unsere Erkenntnisse über ihn zu vergrößern.

An dieser Stelle ist es wichtig hervorzuheben, dass zwischen der Heiligkeit des Tempels und der des Sabbats eine Parallele besteht.

Wenn wir uns auf den Tempelbesuch vorbereiten, fangen wir rechtzeitig damit an. Wir kleiden uns nicht nur so, dass sich darin Achtung und Ehrfurcht vor dem Tempel und dem, was er darstellt, zeigen, sondern wir verhalten uns auch entsprechend, wenn wir im Tempel oder in seiner Umgebung sind. Wir flüstern, und wir bringen unseren Kindern bei, dass wir an diesem Ort stets äußerst ehrfürchtig sind. Wenn wir den Sabbat heiligen, indem wir während der Versammlungen und den ganzen Sonntag über andächtig und ehrfürchtig sind, entwickeln wir die Heiligkeit und das göttliche Wesen, die wir in unserem himmlischen Vater finden:

„Und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte. … Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig.“ (Genesis 2:2,3)

Wenn wir die Kraft des Gotteswortes erproben, werden wir nicht nur eine Fülle an Erkenntnissen über Christus erlangen. Unser Zeugnis davon, dass es wahr ist, wird sich dann nicht allein auf Glauben gründen, sondern auf die Zeichen und Wunder, die sich in unserem Leben und bei unseren Familien einstellen werden.

Anmerkungen

1.       LuB 20:37

2.       Moroni 6:6

3.       Moroni 6:5

4.       LuB 20:77; siehe auch Johannes 14:16

5.       LuB 59:11

6.       Moroni 6:4

 


Das Abendmahl - eine Erneuerung für die Seele Cheryl A. Esplins Ansprache bei der Herbst-Generalkonferenz 2014.