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Der Sabbat zu Hause

Botschaft von der Gebietsführerschaft

Elder Ciacci
Elder Alessandro Dini-Ciacci Gebietssiebziger, Italien

In seiner Ansprache bei der Frühjahrs-Generalkonferenz 2015, „Der Sabbat ist eine Wonne“, legte uns der damalige Elder Russell M. Nelson nahe, uns „über [unsere] Einstellung zum Sabbat und [unser] Verhalten am Sabbat Gedanken zu machen“1.

Er sprach darüber, dass man sich um Inspiration bemühen solle, wie man den Sabbattag heilighält, und sagte: „[Ich erfuhr] aus den heiligen Schriften, dass mein Verhalten am Sabbat und meine Einstellung zum Sabbat ein Zeichen zwischen mir und meinem Vater im Himmel darstellen. … Wenn ich überlegte, ob eine bestimmte Tätigkeit am Sabbat angebracht war, fragte ich mich einfach: ‚Welches Zeichen möchte ich Gott geben?‘“2

Diese Worte veranlassten meine Frau Sara und mich, darüber nachzudenken, welches Zeichen3 wir Gott mit dem gaben, was wir am Sonntag so machten. Wir stellten fest, dass wir nicht allzu viel ändern mussten, hatten aber den Eindruck, wir sollten den Kleinigkeiten mehr Aufmerksamkeit widmen. Wir gingen bereits jeden Sonntag in die Kirche. Wir unterließen es, am Sonntag zu arbeiten, Sport zu treiben, zu lernen oder irgendetwas zu unternehmen, was jemand anderen veranlasst hätte, am Tag des Herrn zu arbeiten. Wir bemühten uns also um Inspiration, welche Schritte nötig waren, um dieser Aufforderung eines lebenden Apostels nachzukommen.

Eines Sonntagnachmittags baten uns unsere Kinder, mit ihnen eines ihrer liebsten Brettspiele zu spielen. Bei diesem Spiel geht es darum, so viele Fragen wie möglich richtig zu beantworten. Die Fragen waren immer zu schwierig für die Kinder, aber sie mochten dieses Spiel, weil jeder Spieler einen großen Schalter bekam, der ein grelles Licht auslöste und einen lauten Ton von sich gab.

Ich wollte schon sagen, sie sollten sich etwas anderes überlegen, doch da erklärte Sara, wir würden das Spiel spielen, das die Kinder sich gewünscht hatten, aber unter zwei Bedingungen: 1.) Sie selbst würde sämtliche Fragen stellen und 2.) wir würden nicht die Fragen auf den Karten verwenden, sondern sie würde sich vier neue Rubriken ausdenken, die sich alle um das Evangelium drehten. Als wir alles bereit hatten, fragte ich mich, wo Sara wohl so viele Fragen zum Evangelium hernehmen und immer die richtige Antwort wissen wollte und wie sie sicherstellen wollte, dass jede Frage den Fähigkeiten des jeweiligen Kindes entsprach. Außerdem musste sie ja alles sofort präsent haben. Ich dachte, das wird eine Katastrophe. Als wir jedoch zu spielen anfingen, war bald offensichtlich, dass der Wunsch einer Mutter, ihre Kinder spielen zu lassen, und der Wunsch einer Tochter, dem Gebot ihres himmlischen Vaters zu gehorchen und den Sabbat heiligzuhalten, dem Heiligen Geist die Gelegenheit verschafft hatte, diese Mutter und Tochter zu inspirieren und ihr einen Weg zu zeigen, wie sie den Tag des Herrn heilighalten und dies obendrein zu einer Wonne für ihre Kinder machen konnte.

Da fielen mir die Worte Nephis wieder ein: „Und es begab sich: Ich, Nephi, sprach zu meinem Vater: Ich will hingehen und das tun, was der Herr geboten hat; denn ich weiß, der Herr gibt den Menschenkindern keine Gebote, ohne ihnen einen Weg zu bereiten, damit sie das vollbringen können, was er ihnen gebietet.“4 Wenn der Herr uns zu etwas auffordert, ob direkt oder über unsere Führer, denken wir manchmal, das gehe nicht, aber wenn wir um Inspiration bitten und bereit sind zu handeln, eröffnet er uns genau da einen Weg, wo wir dachten, es gebe keinen.

Der Sonntag ist ein Tag, auf den wir uns freuen. An diesem besonderen Tag stärken wir unsere Beziehung zu Gott und zum Erretter, indem wir in die Kirche gehen und vom Abendmahl nehmen. An diesem besonderen Tag stärken wir unsere Familie, indem wir etwas unternehmen, was der Familie zuträglich ist und was uns einander und Gott näherbringt. Am Sonntag gemeinsam auf eine Art und Weise Zeit zu verbringen, durch die es uns leichter fällt, an Gott zu denken und ihn zu ehren, hat uns geholfen, diesen Tag wirklich zu einer „Wonne“5 zu machen.

Anmerkungen

1.      Russell M. Nelson, „Der Sabbat ist eine Wonne“, Liahona, Mai 2015, Seite 129

2.      ebda., Seite 130

3.      Exodus 31:13

4.      1 Nephi 3:7

5.      Jesaja 58:13