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Wie man in geistiger Hinsicht eigenständiger wird

Elder Dryden
Elder Robert A. Dryden Gebietssiebziger, Großbritannien

Welche Bedeutung messen wir der geistigen und zeitlichen Eigenständigkeit bei?  Präsident Marion G. Romney hat gesagt: „Wir wollen selbständig und unabhängig sein. Kein anderes Prinzip kann uns die Errettung bringen.“

Wie können wir also in geistiger Hinsicht eigenständiger werden? Der Apostel Paulus hat definiert, wann man wirklich geistig eigenständig ist, nämlich wenn man das Evangelium so lebt, dass es einem „nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln auf Stein, sondern – wie auf Tafeln – in Herzen von Fleisch“[1] geschrieben ist. 

 

Eine erstaunliche Geschichte

Manchmal macht ein Mitglied wahrhaft bemerkenswerten Fortschritt in Sachen geistiger Eigenständigkeit. Ein Beispiel dafür ist Paul. 

Als Jüngster von fünf Kindern wuchs er in einer Familie und in einer Gegend auf, wo Alkohol, Drogen, Missbrauch, Gewalt und Haftstrafen zum Alltag gehörten. Aus diesen Gründen lebte seine Familie in Armut und äußerst schwierigen Umständen.  Weil seine Familie so arm war, sollte Paul oft Essen für sie stehlen.  Als Jugendlicher wurde er in ein Kinderheim gesteckt, wo man ihn misshandelte.

Nach gut einem Jahr hat er nun folgende Fortschritte gemacht und all dies erreicht:

Er liebt das Buch Mormon über alles.  Zu seinem Erstaunen ist der Heilige Geist sein ständiger Begleiter geworden.

Er ist als Gemeindemissionar berufen worden und ist dabei sehr erfolgreich. Er hat zu Taufen beigetragen und dazu, dass einige weniger aktive Mitglieder jetzt wieder in die Kirche kommen.  Er hat (mit Hilfe anderer) 65 direkte Vorfahren gefunden und die stellvertretende Taufe für sie durchgeführt.

Von einem Bruder, der seine große Begeisterung für das Werk des Herrn erkannt hat, hat er ein Auto bekommen. Paul ist nun wirklich eigenständig.

Er hat das Melchisedekische Priestertum empfangen und ist im Genesungsprogramm für Suchtkranke in seinem Pfahl als Gesprächsleiter berufen worden.

Er hat sich der Obdachlosen in der Stadt angenommen. Er hat gesellige Abende für neue Mitglieder, Freunde der Kirche und weniger aktive Mitglieder, die wieder in die Kirche kommen möchten, organisiert.

Er hat den Auftrag erhalten, bei der Pfahlkonferenz zu sprechen, und er hat das Endowment im Tempel empfangen.

Er hat sich den Traum erfüllt, mit dem Missionar, der ihn gefunden und getauft hat, die Generalkonferenz zu besuchen. Tränen standen ihnen in den Augen, als Präsident Monson den Saal betrat.

In der Einleitung zum Kurs „Mein Fundament“, der zum Programm zur Eigenständigkeitsförderung gehört, fordert uns die Erste Präsidentschaft auf, die Grundsätze der Eigenständigkeit gründlich zu studieren und anzuwenden. Uns wird verheißen, dass wir gesegnet werden, wenn wir dies tun.

Wir werden in geistiger Hinsicht eigenständig, wenn wir den Rat der Ersten Präsidentschaft befolgen und als Einzelner und in der Familie Gott jeden Tag schlicht und gleichsam eifrig verehren, indem wir:

1.) die Gebote Gottes halten[2]    

2.) in den heiligen Schriften (insbesondere im Buch Mormon) forschen und lernen, vorwärtszustreben und uns am Wort von Christus zu weiden[3]  

3.) von ganzem Herzen beten, „und wenn ihr den Herrn nicht anruft, so lasst euer Herz voll sein, ständig im Gebet zu ihm hingezogen“[4]

Die Erste Präsidentschaft hat erklärt, was man tun muss, um geistig eigenständig zu werden. Präsident Brigham Youngs Ausführungen stimmen auf eindrucksvolle Weise damit überein.

Er hat gesagt: „Wir … nehmen alle Gesetze und Verordnungen, die in den heiligen Schriften zu finden sind, und üben sie so weit wie möglich; dabei lernen und verbessern wir uns immer weiter, bis wir nach jedem Wort leben können, das aus dem Mund Gottes kommt.[5] …

Die Menschen [können die Gesetze] noch nicht in ihrer Vollkommenheit annehmen; sie können aber hier ein wenig und dort ein wenig aufnehmen, heute ein bisschen, morgen ein bisschen, nächste Woche dann noch ein bisschen mehr … Wenn man sich also nach der Erkenntnisfülle ausrichten will, die der Herr den Erdenbewohnern Stück für Stück zu offenbaren beabsichtigt, muss man aus jedem bisschen, das einem jetzt offenbart wird, das Beste machen.“[6]

Brigham Youngs Worte bestätigen, dass „unsere Entwicklung im Evangelium … allmählich und Zeile um Zeile [erfolgt] – in dem Maß, wie wir nach den Grundsätzen, die wir lernen, leben“[7].

Im Namen Jesu Christi. Amen.



[1] 2. Korinther 3:3.

[2] Matthäus 22:35-40.

[3] 2. Nephi 31:20.

[4] Alma 34:27.

[5] Lehren der Präsidenten der Kirche: Brigham Young, Seite 21.

[6] Lehren der Präsidenten der Kirche: Brigham Young, Seite 21f.

[7] Lehren der Präsidenten der Kirche: Brigham Young, Seite 21-27.